Maintenance Support in Krankenhäusern (Ghana)

Über das Projekt

Problematik

In Krankenhäusern der dritten Welt wird die medizinische Ausrüstung oft nicht ausreichend gewartet und repariert. Dieser Umstand erschwert den Ärzten und Pflegekräften unnötig die Arbeit. Einige Ärzte der German Rotary Volunteer Doctors e.V. (GRVD) berichten, nach ihrem Einsatz in Ghana, häufig von kaputten medizinischen Geräten, die von den krankenhauseigenen Technikern nicht repariert werden. Die dadurch fehlenden Geräte erschweren die Arbeit der Ärzte und des Pflegepersonals, sodass sie nur bedingt ihren Aufgaben nachkommen können.

Projektbeschreibung

Aufgrund der Problematik in den Krankenhäusern in Ghana wurde Ende 2012 in der Regionalgruppe Erlangen das Maintenance-Support-Projekt ins Leben gerufen. Ziel ist es die krankenhauseigenen Service-Abteilungen für leichte Defekte zu sensibilisieren, Geräte in Zusammenarbeit mit den dortigen Techniker zu reparieren und ein Wartungs-Ablauf-System auszubauen, welches die Kommunikation zwischen medizinischem Personal und Technikern verbessert. Dabei steht aktive Zusammenarbeit mit dem Personal vor Ort im Vordergrund.

Ein Jahr nach Start des Maintenance-Support-Projektes wurde nun ein erster Einsatz vor Ort realisiert. Ende Oktober 2013 sind Sebastian Lukas und Lydia Schwab für 3 Wochen nach Ghana geflogen um sich ein Bild über die Situation der Service-Abteilungen in den dortigen Krankenhäusern zu machen und erste Geräte zu reparieren. Dazu wurden drei Krankenhäuser besucht, die in Absprache mit Herrn Dr. Henner Krauss (GRVD) ausgewählt wurden.

Die erste Station war das Agogo Presbyterian Hospital. Dieses mittelgroße Krankenhaus liegt etwa 80 km westlich von Kumasi in der Ashanti-Region. Ein Team von ca. 10 Mitarbeitern bildet die krankenhauseigene Service-Abteilung, die sich jedoch vor allem mit der Reparatur und Wartung der Krankenhausfahrzeuge sowie allgemeinen Hausmeistertätigkeiten beschäftigt. Medizintechnische Geräte werden kaum betreut. Das Krankenhaus bestellt ab und zu ein externes Service-Team, die Health Technical Unit Konongo (HTU), zur Reparatur. Während des Einsatzes von TeoG war ein Mitarbeiter der HTU im Agogo Presbyterian Hospital um mit unserem Team zusammen zu arbeiten. Es wurden 30 defekte Geräte aufgenommen, jedoch konnten innerhalb des Einsatzes nur 7 Geräte komplett repariert werden. Bei weiteren 7 Geräte wurde die Reparatur begonnen, konnte jedoch meist auf Grund mangelnder Ersatzteile nicht zu Ende geführt werden. Der Mitarbeiter der HTU, wird jedoch versuchen die begonnenen Arbeiten zu Ende zu führen. Ein Gerät war nicht mehr reparierbar und für den Rest war leider die Zeit vor Ort zu knapp. Das Aufgabengebiet war von einem defekten Röntgen-C-Arm über wartungsbedürftige hydraulische OP-Tische bis hin zu einem physiotherapeutischem Laufband breit gefächert. Jedoch ist bei vielen Geräten aufgefallen, dass der Defekt durch mangelnde Wartung entstanden ist.

Die zweite Station war das 140 km westlich von Agogo liegende St. Martin‘s Hospital in Agroyesum, in der Ashanti-Region. Dieses eher kleine Krankenhaus, mit einem teilzeitbeschäftigten und zwei fest angestellten Ärzten, liegt auf einem weitläufigem Gelände in einem 1000-Einwohner-Dorf auf Internet-Karten ist nur der 12km entfernte Ort Manso Nkwanta zu finden. Das dortige Service-Team besteht aus drei Mitarbeitern, die sich gemeinsam eine Kombizange, einen Schraubendreher und zwei Phasenprüfer teilen müssen. Daher wird schnell klar, dass sie außer bei Stromausfall (was dort durchaus auch mal mehr als 24 Stunden der Fall ist) den Generator einzuschalten kaum etwas tun können. In diesem Krankenhaus wurden 34 defekte Geräte aufgenommen, wovon 9 komplett und 5 teilweise repariert werden konnten. 4 Geräte waren nicht mehr reparierbar und für den Rest blieb auch hier nicht genügend Zeit. Bei den defekten Geräten handelte es sich um hydraulische OP-Tische, einen Trockner in der Wäscherei und viele weitere verschiedenste Geräte. Während des Einsatzes in Agroyesum war vor allem ein großes Improvisations-Talent gefragt, da die Ausrüstung mangelhaft und die Ersatzteilbeschaffung schwierig waren. Das Service-Team vor Ort war überaus motiviert und hatte ein durchaus gutes technisches Verständnis, weshalb wir einen weiteren Einsatz in diesem Krankenhaus für sinnvoll erachten. Jedoch wäre dies nur unter der Voraussetzung möglich, dass die dortigen Mitarbeiter eine Grundausrüstung an Werkzeug erhalten. Besonders interessant war es für das Team von TeoG mitzuerleben, wie die Ersatzteilbeschaffung in Ghana abläuft, da die Verfügbarkeit jeglicher technischer Bauteile, wie man sie aus Deutschland kennt, in Ghana nicht vorstellbar ist. Statt dessen fährt man einen Tag lang in Kumasi oder Accra von einem Stadtteil zum anderen, geht über Ersatzteilmärkte, die deutschen Schrottplätzen ähneln, um irgendwo hoffentlich das richtige oder ein ähnliches Bauteil zu finden. Dabei trifft man unglaublich nette Menschen, die einem immer gerne weiterhelfen und vor allem in der Lage sind verschiedenste Dinge wieder zu reparieren, die in europäischen Ländern längst weggeschmissen worden wären.

Als letzte Station ist das Team von TeoG in das Holy Family Hospital in Nkawkaw (Eastern Region) gegangen. Dort fanden sie ein großes, sehr gut organisiertes und vor allem im Vergleich zu den zwei anderen Krankenhäusern auch sehr gut ausgestattetes Krankenhaus vor. Dort arbeitet eine für ghanaische Verhältnisse gut qualifizierte und organisierte Service-Abteilung an den medizintechnischen Geräten. Zusätzlich kommt alle 3 Monate die HTU Konongo zur Unterstützung. Daher ist es nicht verwunderlich, dass hier nur 20 defekte Geräte aufgenommen wurden, von denen 3 komplett repariert werden konnten und 7 nicht mehr reparierbar waren. Bei 6 Geräten wurde eine Reparatur begonnen, die sobald die Ersatzteile vorhanden sind, vom Service-Team vor Ort noch fertig bearbeitet werden. Der einzige Makel den TeoG dort sehen konnte, ist eine große Unordnung in der Service-Abteilung, da viele Altgeräte, die als Ersatzteillager aufgehoben werden sollen, den Platz zum Arbeiten verstellen. Daher ist eine weitere Zusammenarbeit eher unwahrscheinlich oder nur in geringem Ausmaß vorgesehen, da unsere Hilfe in anderen Krankenhäusern dringender benötigt wird.

Allgemein lässt sich jedoch feststellen, dass der erste Einsatz des Maintenance-Support-Teams in Ghana ein großer Erfolg war und viel Zuspruch vom ghanaischen Personal in den Krankenhäusern bekommen hat. Daher ist bereits für Ende 2014 ein weiterer Ghana-Einsatz in Planung.

Falls Sie bei den Vorbereitungen mitwirken oder das Projekt mit Spenden unterstützen möchten, wenden Sie sich an Sebastian Lukas oder an Lydia Schwab von Technik ohne Grenzen e.V.!

Gallerie

Information

Spendenstatus

100%

sponsored by German Rotary Volunteer Doctors (GRVD)


Projektleitung

Sebastian Lukas


Regionalgruppen

  • Erlangen
  • Kumasi

Projektmitglieder

Lydia Schwab, Michael Richter

Projektkategorie

      Bildung

Zeitraum

Oktober 2013 - November 2013

Projektphase

abgeschlossen


Aktuelles

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