Müllverbrennungsofen für das Krankenhaus in Bassar/Togo

Über das Projekt

Bassar ist eine Stadt in Togo mit etwa 25.000 Einwohnern. Der gemeinnützige Nürnberger Verein "Fi Bassar" (=Rettet Bassar) hat es sich zur Aufgabe gemacht den Menschen vor Ort zu helfen. Es gibt Schulen und ein Krankenhaus, doch der Zustand ist mit Deutschland nicht vergleichbar. Die Gesundheitsversorgung weist zum Beispiel noch gravierende Mängel auf, doch oft fehlen lediglich sterile Instrumente zur Durchführung notwendiger Operationen. Der Verein "Fi Bassar" war schon zweimal vor Ort, um durch gezielte Projekte die Lebenssituation der Bevölkerung zu verbessern. So wurde für den Bau eines Brunnens für eine Schule gesorgt und sogenannte "Lebensstartpäckchen" an Mütter von neugeborenen Kindern verteilt. Für das nächste Projekt wird nun mit dem gemeinnützigen Verein "Technik ohne Grenzen" zusammengearbeitet, um eine Verbesserung im Bereich der Müllentsorgung zu erzielen. Das Krankenhaus der Stadt Bassar versorgt durch sein großes Einzugsgebiet etwa 125.000 Menschen, die teilweise aus sehr weit entfernten Regionen stammen. Dabei fällt täglich eine große Menge Müll an, wobei ein großer Teil von der Art her mit unbedenklichem Hausmüll vergleichbar ist (z. B. Plastikverpackungen oder Papier). Benutzte Spritzen sowie andere Abfallprodukte können durch den Kontakt mit infizierten Personen jedoch mit Erregern kontaminiert sein. Dieser sogenannte "septische Müll" wird in Deutschland unter strengen Sicherheitsauflagen aufbewahrt, transportiert und sterilisiert. Doch bisher gibt es in Togo keine Möglichkeiten, diesen infizierten Müll zu entsorgen. Deshalb wird der Abfall gesammelt und an bestimmten Plätzen aufbewahrt. Da die Müllmenge jedoch immer größer wird, muss nun eine den Umständen entsprechende Lösung gefunden werden, mit der schädliches Material unschädlich gemacht werden kann. Deshalb wurde der Verein "Technik ohne Grenzen" hinzugezogen, da er sich im Bereich der Müllentsorgung notwendiges Wissen in der Vergangenheit bereits erarbeitet hat. Nun soll in Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort ein Müllverbrennungsofen gebaut werden, mit dem im Brennprozess eine ausreichende Temperatur erzeugt werden kann, um auch widerstandsfähige Erreger vernichten zu können (1.000-1.200 °C). Bei der Vorerkundung für die Einführung eines Mülltrennungssystems und den möglichen Bau eines Müllverbrennungsofens konnte bereits ein Trennsystem für das Krankenhaus eingeführt und die Mitarbeiter zu Mülltrennung geschult werden. Ebenfalls konnte die Bevölkerung für den Zusammenhang zwischen der Müllsituation und der Wasser-/Lebensqualität sensibilisiert werden. Während des Aufenthaltes wurde ebenfalls mit Verantwortlichen des Gesundheitsministeriums über das Müllproblem geredet, dabei konnten wir erfahren, dass es bereits ein einheitliches nationales Konzept für die Mülltrennung gibt. Das eingeführte Trennsystem wurde an diesem Konzept ausgerichtet. Weiterhin konnte erreicht werden, dass ein staatlich gefördertes Programm auf das Krankenhaus in Bassar ausgeweitet wird. Dies bedeutet den Bau eines kraftstoffbetriebenen Verbrennungsofens und die Umsetzung eines kompletten Müllbeseitigungskonzeptes. Daraufhin wurde das Projekt von Technik ohne Grenzen als beendet erklärt, da der Bau unseres Ofenmodells nicht mehr notwendig war.

Gallerie

Information

Projektleitung

Daniel Sperr


Regionalgruppen

  • Nürnberg

Projektmitglieder

Jan Reher
Marcel Hartmann
Dimona Heindl
Jürgen Kneißl
Ismael Myamyaogo Massigan

Projektkategorie

      Müll

Zeitraum

Juli 2015 - Juni 2016

Projektphase

abgeschlossen


Aktuelles

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