Umweltfreundliche Entsorgung von biomedizinischen Abfällen in Tamghas, Nepal

Über das Projekt

Problematik

In vielen ländlichen Gebieten in Nepal wird Müll üblicherweise im Freien entladen und in einem offenen Feuer verbrannt. Das Fehlen eines funktionierenden Müllmanagements kann besonders in Krankenhäusern ein Problem darstellen. Wenn infektiöse biomedizinische Abfälle auf diese Art und Weise entsorgt werden, können giftige Dämpfe freigesetzt und das Grundwasser kontaminiert werden. Beides kann sowohl für die lokale Bevölkerung als auch für die Umwelt eine große Gefahr darstellen. Ein Krankenhaus, welches ebenfalls vor diesen Problemen steht, ist das Gulmi District Hospital in Tamghas. Technik ohne Grenzen wurde deshalb kontaktiert um gemeinsam eine saubere Lösung für die Entsorgung der vorhandenen biomedizinischen Abfälle zu erarbeiten.

Projektbeschreibung

Tamghas ist eine kleine Stadt mit 5200 Einwohnern und befindet sich im Zentrum Nepals, etwa 350 km westlich von Nepals Hauptstadt Kathmandu. Das dortige Krankenhaus unterhält 30 Betten und bietet eine öffentliche Gesundheitsversorgung für Patienten, die aus den entlegensten Gebieten des Bezirks kommen. Insgesamt 58.000 Patienten im Jahr erhalten eine breitgefächerte Auswahl an Behandlungen. Das Krankenhaus bietet außerdem einen Notdienst rund um die Uhr.

Um eine umweltfreundliche Entsorgung von biomedizinischen Abfällen in Tamghas zu ermöglichen, hat Technik ohne Grenzen in Zusammenarbeit mit den lokalen Partnern einen Verbrennungsofen gebaut, der auf dem Modell DeMontfort 9 basiert. Der Ofen besteht aus gebrannten Lehmziegeln und geschweißten Stahlteilen, die regional bezogen werden können. Trotz der einfachen Bauweise, ermöglicht dieser eine Verbrennung des Mülls in zwei Brennkammern bei Temperaturen von über 800°C. Um diese Temperaturen zu erreichen, muss der Ofen nur mit Papier und Plastik auf Temperatur gebracht bzw. gehalten werden.

Das DeMontfort Design ist bereits aus mehreren früheren Projekten von Technik ohne Grenzen etabliert, musste allerdings in diesem Projekt aufgrund der Randbedingungen angepasst werden. Ursprünglich war geplant den Verbrennungsofen mit einem speziellen hochtemperaturfesten Zement zu bauen, der aus Indien importiert wurde. Leider waren die aus diesem Zement gefüllten Fugen nicht dicht, sodass doch gewöhnlicher Zement benutzt werden musste. Eine weitere Besonderheit des Projekts war ein Design mit zwei Kaminen, aufgrund der Tatsache, dass keine Stahlrohre mit größerem Durchmesser vorhanden waren. Trotz dieser ungeplanten Änderungen funktionierte der fertiggestellte Verbrennungsofen ohne Probleme.

Der Ofen kann nur in Zusammenspiel mit einem funktionierenden Mülltrennungssystem im Krankenhaus langfristig effizient betrieben werden. Dieses System wurde gemeinsam mit der Krankenhausverwaltung eingeführt und in mehreren Trainings mit dem Personal etabliert. Dazu wurde die Theorie erklärt und es wurde gezeigt wie das System im Alltag umgesetzt werden sollte. Darüber hinaus wurden drei Mitarbeiter in der korrekten Bedienung des Verbrennungsofens geschult. In allen Trainings erfolgte eine besondere Betonung der Arbeitssicherheit während des Hantierens der biomedizinischen Abfälle und des Verbrennungsofens.

Gallerie

Information

Spendenstatus

100%


Projektleitung

Maximilian Meybrunn


Regionalgruppen

  • München

Projektmitglieder

Antonia Schätz
Jakob Faßnacht
Kyrill Kristöfl
Martin Juckel
Maximilian Meybrunn

Projektkategorie

      Müll

Zeitraum

März 2016 - April 2016

Projektphase

abgeschlossen


Aktuelles

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