Eine umweltgerechte Entsorgung von biomedizinischen Abfällen in Bahunipati, Nepal

Über das Projekt

Im Februar 2017 reisten drei Mitglieder der RG Erlangen zum Aufbau eines Verbrennungsofens nach Bahunipati. In Kooperation mit den German Rotary Volunteer Doctors und dem Dhulikhel Hospital wurde der Bau und die dazugehörigen Schulungen erfolgreich umgesetzt. Außerdem wurde eine Vorerkundung für ein weiteres Ofenprojekt in Manthali sowie eine Nachprüfung eines älteren Ofens in Tamghas durchgeführt.

Nach dem schweren Erdbeben im Frühjahr 2015 wurde vieles getan um der Bevölkerung beim Wiederaufbau zu helfen, jedoch hat es immer noch Spuren hinterlassen. Das Bahunipati Health Center ist eine „Outreach-Clinic“ des Dhulikhel Hospitals und liegt ca. 40 km nord-östlich von Kathmandu, der Hauptstadt Nepals. Es ist ein kleines Krankenhaus welches durch das Erdbeben zu großen Teilen zerstört wurde.

Die Umstände, dass vor der Projektumsetzung der gesamte Müll in eine Grube geworfen, leicht angeschmort, von Tieren gegessen und weggetragen wurde, belastete sowohl Mensch als auch Umwelt. Der Kern des Projekts lag deshalb darin einen funktionsfähigen Müllverbrennungsofen zu errichten, womit der infektiöse Müll durch hohe Temperaturen sterilisiert wird. Das Fundament für den Bau des Verbrennungsofens wurde bereits vor dem Eintreffen des TeoG-Teams in Bahunipati errichtet. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Maurern wurde das Mauerwerk errichtet. Außerdem wurde eine Tür zur Lagerkammer des infektiösen Mülls eingebaut. Diese dient hauptsächlich vor dem Schutz vor Hunden. Auf dem Metallmarkt in Banepa konnte der Kauf und Transport der benötigen Stahlteile weitestgehend organisiert werden. Schneide- und Schweißarbeiten sowie der Bau des Daches wurden direkt am Krankenhaus mit lokalen Schweißern durchgeführt. Bestehend aus gebrannten Lehmziegeln und geschweißten Stahlkomponenten ermöglicht der Ofen trotz der einfachen Bauweise eine effiziente Verbrennung des Mülls. Dank des Zweikammersystems wird eine längere Verweilzeit erreicht, was eine vollständige Verbrennung begünstigt und entsprechend eine Reduzierung unerwünschter Gase und weniger Ruß zur Folge. Ein 4,5 m langer Schornstein sorgt für den benötigten Luftzug, sodass im Ofen konstant Temperaturen über 800 °C vorherrschen. Somit werden biomedizinische Abfälle dekontaminiert, sowie deren Volumen deutlich reduziert. Ein weiterer Vorteil hoher Temperaturen ist die Reduzierung toxischer Gase wie Dioxine oder Furane, welche in einem Temperaturbereich von 300 °C und 600 °C („Dioxin-Fenster“) entstehen. Damit der Ofen sachgerecht bedient werden kann, wurde das im Krankenhaus bereits etablierte Mülltrennungssystem erweiterte. Sauberes Papier und Plastik müssen von infektiösem Müll getrennt werden und dienen als Brennstoff. Bei abwechselnder Zugabe von infektiösem und nicht infektiösem Müll kann die Temperatur konstant hoch gehalten werden. Sujan und Bachchu Ram, zwei Angestellte des Krankenhauses wurden zunächst mit Hilfe einer “Photo-Story” für den sachgerechten Betrieb des Ofens theoretisch gelehrt. Diese Betriebsanleitung wurde für den langfristigen Gebrauch an der Müllverbrennungsstation angebracht. Dazu wurden 4 praktische Trainingseinheiten durchgeführt, wobei der komplett anfallende Müll eines Monats verbrannt werden konnte. Messungen zeigten eine Müllverbrennungsrate von ca. 20 kg/h. Weiterhin konnten Temperaturen über 1050 °C erreicht werden. Entsprechend dürfte die zurückbleibende Asche nahezu steril sein und kann in einem Erdloch vergraben werden. Um dem Krankenhaus dabei zu helfen, dass der Ofen möglichst lange intakt arbeitet, haben das TeoG-Team und die Krankenhausmitarbeiter regelmäßige Berichterstattungen vereinbart. Dies dient nicht nur der frühzeitigen Problemerkennung sondern es ermöglicht auch ein gezieltes mögliches Gegensteuern. Ein besonderer Dank gilt den mitwirkenden Personen des Dhulikhel Hospitals und den German Rotary Volunteer Doctors, welche die Finanzierung und die Umsetzung des Projekts ermöglicht haben.

Gallerie

Information

Spendenstatus

100%


Projektleitung

luk.gloeser


Regionalgruppen

  • Erlangen

Projektmitglieder

Lukas Glöser
Michelle Ahlers-Hesse
Lukas Köferl

Projektkategorie

      Müll

Zeitraum

Juli 2016 - Mai 2017

Projektphase

abgeschlossen


Aktuelles

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